Produktneutraler Musterkatalog

Kriterienkatalog Notebooks

Ein produktneutraler Notebook-Kriterienkatalog beschreibt Nutzungsszenario, Anwendungsleistung, Akkulaufzeit, Display, Docking, Management, Reparierbarkeit und Service ohne Prozessor- oder Herstellermarken festzuschreiben.

Anpassungsbedürftiges Muster: Nutzungsprofil, Referenzanwendungen, Testbedingungen, Ziel-Laufzeit, Gesamtgewicht und Arbeitsplatzintegration sind vorab festzulegen. Die in den Leitdokumenten zum jeweiligen Veröffentlichungsstand genannten Zertifikate oder Gütezeichen werden hier nicht festgeschrieben. Maßgeblich sind funktionale Anforderungen und aktuelle, gleichwertige Nachweise zum Zeitpunkt des Vergabeverfahrens.

Struktur

Drei vorbelegte Kriterienhauptgruppen

In Anlehnung an die UfAB-Hierarchie bleiben die fachlichen Themen als Kriteriengruppen der zweiten Ebene erhalten. Die Vorlagen verwenden drei einheitliche Ausgangsgruppen. Im Builder können Hauptgruppen frei benannt, ergänzt und ihre Kriteriengruppen frei angepasst werden.

Funktionalität und Leistung

Fachliche Eignung, technische Funktionen und messbare Leistung

4 Kriterien · 350 Gewichtungspunkte

Technische Mindestanforderungen · 0 GPNutzung und Leistung · 350 GP

Qualität und Betrieb

Einbindung, Nutzungsqualität, Sicherheit, Verfügbarkeit und beherrschbarer Betrieb

4 Kriterien · 350 Gewichtungspunkte

Arbeitsplatzintegration · 100 GPBetrieb · 100 GPArbeitsplatzqualität · 150 GP

Service und Nachhaltigkeit

Einführung, Support, Ressourcen, Produktpflege und Weiterverwendung

4 Kriterien · 300 Gewichtungspunkte

Lebenszyklus · 100 GPService · 100 GPEinführung · 100 GP

Die 1.000 Gewichtungspunkte werden von den Hauptgruppen über die Kriteriengruppen auf die einzelnen B-Kriterien verteilt. Bei 0 bis 10 Bewertungspunkten sind damit höchstens 10.000 Leistungspunkte erreichbar. Der Wertungspreis wird getrennt ermittelt und anschließend über die vorab veröffentlichte Preis-Leistungs-Methode einbezogen.

A- und B-Kriterien

Mindestanforderungen und bewertete Mehrleistung

Notebooks: anpassbare Kriterien mit Nachweisen und Bewertungsankern
Gruppe und Kriterium Typ Gewichtungspunkte Anforderung, Nachweis und Bewertungsmaßstab
Funktionalität und Leistung Technische Mindestanforderungen Kompatibilität mit Betriebssystem und Clientmanagement A

Die veröffentlichten Referenzanwendungen sowie die Betriebssystem-, Peripherie- und Managementfunktionen werden ohne funktionale Einschränkungen unterstützt.

Nachweis: Ausgefüllte Kompatibilitätsmatrix, technische Unterlagen und Bemusterung

Funktionalität und Leistung Technische Mindestanforderungen Erfüllung der verbindlichen Sicherheitsbaseline A

Alle zwingend geforderten Funktionen wie Secure Boot, TPM, Firmware-Schutz und zentrale Updatefähigkeit sind vorhanden.

Nachweis: Technisches Datenblatt und Zuordnung zu den einzelnen Sicherheitsanforderungen

Funktionalität und Leistung Nutzung und Leistung Anwendungsleistung im Referenzszenario B Zielerfüllung 200

Bewertet werden Reaktionszeiten und Leistungsreserven im veröffentlichten Mix der typischen Fach-, Office- und Kommunikationsanwendungen.

Nachweis: Reproduzierbarer Benchmark oder Bemusterung mit identischer Softwarekonfiguration

Veröffentlichte Punkteanker
2
Der veröffentlichte Zielwert wird nur knapp erreicht.
7
Der Zielwert wird im Referenzszenario stabil und reproduzierbar erreicht.
10
Mindestens 130 Prozent des Zielwerts werden bei höchstens fünf Prozent Streuung über drei Läufe erreicht.
Funktionalität und Leistung Nutzung und Leistung Mobilität und reale Akkulaufzeit B Zielerfüllung 150

Für mobile Geräte werden Gewicht, Ladeverhalten und Laufzeit unter einem einheitlichen Nutzungsszenario bewertet.

Nachweis: Messprotokoll oder unabhängiger, auf das angebotene Modell bezogener Test

Veröffentlichte Punkteanker
0
Die festgelegte Mindestlaufzeit wird lediglich erreicht.
5
Die Ziel-Laufzeit wird unter den veröffentlichten Testbedingungen erreicht.
10
Mindestens 130 Prozent der Ziel-Laufzeit werden unter identischen Bedingungen erreicht.
Qualität und Betrieb Arbeitsplatzintegration Vorgegebene Anschlüsse und Zubehörkompatibilität A

Die als unverzichtbar definierten Anschlüsse, Dockingfunktionen und Peripheriegeräte werden unterstützt.

Nachweis: Ausstattungsliste und Kompatibilitätsnachweis für das geforderte Zubehör

Qualität und Betrieb Arbeitsplatzintegration Vollständige optionale Docking-Kompatibilität B Ja/Nein 100

Mit Ja oder Nein wird bewertet, ob alle über die A-Mindestfälle hinaus veröffentlichten Dockingfunktionen sowie 20 Wiederverbindungszyklen vollständig funktionieren.

Nachweis: Einheitliche Funktionsprüfung einschließlich wiederholter Andock- und Wiederverbindungszyklen

Ja/Nein-Bewertung mit 0 und 10 Punkten
0
Nein – mindestens ein veröffentlichter Funktionsfall oder Wiederverbindungszyklus ist nicht erfolgreich.
10
Ja – alle Funktionsfälle und 20 Wiederverbindungszyklen werden fehlerfrei abgeschlossen.
Qualität und Betrieb Betrieb Provisionierung, Inventarisierung und Fernverwaltung B Zielerfüllung 100

Bewertet wird die Einbindung in die bestehende Bereitstellungs-, Inventar-, Update- und Supportumgebung.

Nachweis: Ablaufbeschreibung, unterstützte Standards und Demonstration eines Zero-Touch-Szenarios

Veröffentlichte Punkteanker
0
Die Einbindung erfordert überwiegend manuelle Sonderprozesse.
5
Die Standardprozesse sind integrierbar; einzelne Schritte benötigen manuelle Nacharbeit.
10
Bereitstellung und Betrieb sind durchgängig standardisiert, automatisierbar und transparent überwacht.
Qualität und Betrieb Arbeitsplatzqualität Ergonomie, Display und Bedienqualität B Zielerfüllung 150

Bewertet werden die für die Nutzergruppen relevanten Eigenschaften von Display, Eingabegeräten, Geräusch, Wärme und Zugänglichkeit.

Nachweis: Bemusterung anhand eines vorab veröffentlichten, einheitlichen Testablaufs

Veröffentlichte Punkteanker
0
Wesentliche Nutzungseigenschaften sind im Test deutlich unzureichend oder nicht bewertbar.
5
Die definierten Zielmerkmale werden ohne wesentliche Einschränkungen erfüllt.
10
Die Zielmerkmale werden durchgängig deutlich übertroffen und für unterschiedliche Nutzergruppen überzeugend belegt.
Service und Nachhaltigkeit Lebenszyklus Mindestlaufzeit, Reparatur und Produktpflege A

Die definierte Mindestlaufzeit im Referenztest wird erreicht. Festgelegte Verschleißkomponenten sind austauschbar; Ersatzteile, Sicherheitsupdates und Service stehen für den Nutzungszeitraum zur Verfügung.

Nachweis: Messprotokoll, Servicehandbuch und verbindliche Lifecycle-Erklärung

Service und Nachhaltigkeit Lebenszyklus Reparierbarkeit, Ersatzteile und Nutzungsdauer B Zielerfüllung 100

Bewertet werden Austauschbarkeit relevanter Komponenten, Ersatzteilverfügbarkeit, Garantieoptionen und Verlängerung der Nutzungsdauer.

Nachweis: Servicehandbuch, Ersatzteil- und Garantieerklärung sowie Lifecycle-Roadmap

Veröffentlichte Punkteanker
0
Reparatur- und Lifecycle-Angaben fehlen oder beschränken sich auf Geräteaustausch.
5
Zentrale Komponenten sind austauschbar und über den vorgesehenen Zeitraum verfügbar.
10
Modularität, lange Ersatzteilversorgung und wirtschaftliche Reparaturprozesse sind umfassend zugesichert.
Service und Nachhaltigkeit Service Garantie- und Entstörungsservice B Zielerfüllung 100

Bewertet werden Meldewege, Reaktionszeiten, Vor-Ort- beziehungsweise Austauschservice und Statusinformationen.

Nachweis: SLA, Prozessbeschreibung, Servicenetz und Musterreporting

Veröffentlichte Punkteanker
0
Leistungen und Zeiten bleiben unverbindlich oder decken die geforderten Standorte nicht ab.
5
Die Ziel-SLA und Standorte sind plausibel abgedeckt.
10
Die Ziel-SLA werden mit transparenten Prozessen, belastbarem Servicenetz und hochwertigem Reporting übertroffen.
Service und Nachhaltigkeit Einführung Rollout-, Logistik- und Rücknahmekonzept B Zielerfüllung 100

Bewertet werden Konfiguration, Kennzeichnung, terminierte Lieferung, Übergabe, Altgeräterücknahme und Datenlöschung.

Nachweis: Prozess- und Mengengerüst, Terminplan, Rollen und Nachweisverfahren

Veröffentlichte Punkteanker
0
Das Konzept ist generisch und bildet Mengen, Standorte oder sichere Rücknahme nicht ab.
5
Ein plausibler End-to-End-Ablauf für die wesentlichen Standorte und Mengen liegt vor.
10
Der Ablauf ist skalierbar, vollständig nachverfolgbar, risikoarm und mit belastbaren Kapazitäten hinterlegt.

Quellenbasis

Verwendete Leitdokumente

Notebooks produktneutral ausschreiben – Leitfaden für den öffentlichen IT-Einkauf

Bitkom e. V., FA Produktneutrale Ausschreibungen · Version 2.2, Stand September 2025

Ausgewertete Bereiche: Seiten 8–38 und 42–46

Häufige Fragen

Kriterienkatalog Notebooks richtig verwenden

Kann der Beispielkatalog unverändert veröffentlicht werden?

Nein. Anforderungen, Zielwerte, Lastprofile, Nachweise und Gewichte müssen auf Bedarf, Markt und Verhältnismäßigkeit des konkreten Verfahrens angepasst werden.

Sollten bestimmte Zertifikate zwingend verlangt werden?

Der Katalog legt keine kurzlebigen Zertifikatsnamen oder Versionsstände fest. Beschreiben Sie den benötigten funktionalen, ökologischen oder sicherheitsbezogenen Zweck und lassen Sie aktuelle gleichwertige Nachweise zu, soweit dies zum Verfahren passt.

Wie werden die 1.000 Gewichtungspunkte verwendet?

Sie werden von den Hauptgruppen über die Kriteriengruppen auf die B-Kriterien verteilt. Aus 0 bis 10 Bewertungspunkten je B-Kriterium entstehen insgesamt höchstens 10.000 Leistungspunkte. Der Wertungspreis bleibt getrennt und wird erst durch die gewählte Richtwert- oder andere veröffentlichte Methode mit der Leistung verbunden.

Müssen B-Kriterien immer mit 0, 5 und 10 Punkten bewertet werden?

Nein. Unterhalb der Höchstpunktzahl 10 können passende Stufen wie 2 oder 7 mit einem kriterienspezifischen Zielerfüllungsgrad festgelegt werden. Ein binäres optionales Mehrwertkriterium kann als Nein = 0 und Ja = 10 Punkte ausgestaltet werden. Soll „Nein“ zum Ausschluss führen, ist die Anforderung als A-Kriterium zu formulieren.